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Nachruf Dr. Walter Phleps (31.08.1948 – 20.12.2025)

Der Österreichische Bergrettungsdienst trauert um Dr. Walter Phleps, der am 20. Dezember 2025 im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert die Bergrettung eine prägende Persönlichkeit, einen Pionier der Flugrettung sowie einen langjährigen und hochgeschätzten Kameraden.

Dr. Walter Phleps war seit 1966 aktives Mitglied der Bergrettung. Seine Tätigkeit begann er in der Vorarlberger Ortsstelle Riezlern, später war er in Innsbruck und ab 1984 in der Ortsstelle Fieberbrunn engagiert. Über Jahrzehnte hinweg prägte er die Entwicklung der alpinen Rettung in Österreich maßgeblich mit.

Überregionale Bekanntheit erlangte Walter Phleps als Pionier der Flugrettung. Bereits 1974 führte er im Wilden Kaiser die erste Taubergung Österreichs durch – zu einer Zeit, in der diese Rettungsmethode noch nicht erlaubt war. Parallel dazu leistete er wesentliche Aufbauarbeit in der Flugeinsatzstelle Innsbruck und initiierte gemeinsam mit Prof. Dr. Gerhard Flora das Notarzt-Hubschraubersystem Christophorus in Österreich. In weiterer Folge war er maßgeblich an der Organisation und Ausbildung neuer Hubschrauberstützpunkte in Krems, Wiener Neustadt und Reith bei Kitzbühel beteiligt.

Zwischen 1969 und 1994 absolvierte Dr. Walter Phleps über 1.000 Hubschrauber-Rettungseinsätze, zunächst als Flugretter, ab 1976 als Flugrettungsarzt. Auch im terrestrischen Rettungsdienst war er an zahlreichen außergewöhnlichen Einsätzen beteiligt. Besonders hervorzuheben ist eine Spaltenbergung 1974 beim Spannagelhaus in den Zillertaler Alpen, bei der ein Bergsteiger tief in eine sich verengende Gletscherspalte gestürzt war. Dr. Phleps ließ sich kopfüber, an beiden Füßen angeseilt, in die Spalte ab. Beide überlebten.

Im Juni 1979 trug er als behandelnder Bergrettungsarzt wesentlich zum Überleben jener Kletterer bei, die nach drei Tagen aus der winterlichen Laliderer-Nordwand mittels einer rund 800 Meter langen Stahlseilbergung gerettet wurden – eine der spektakulärsten Rettungsaktionen in Österreich.

Für seine außergewöhnlichen Leistungen erhielt Dr. Walter Phleps zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1975 die Tiroler Lebensrettungsmedaille, 1996 die Goldene Verdienstmedaille des Roten Kreuzes sowie 2017 mit dem Grünen Kreuz die höchste Auszeichnung des alpinen Rettungswesens. Im Jahr 2025 wurde ihm aufgrund seiner herausragenden Verdienste die Ehrenmitgliedschaft der Bergrettung verliehen.

In der Ortsstelle Fieberbrunn war Walter Phleps von 1985 bis 2022 Mitglied des Ausschusses und als Bergrettungsarzt tätig. Ein besonderes Anliegen waren ihm stets die Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung sowie die Aus- und Weiterbildung der Mitglieder.

Mit dem Tod von Dr. Walter Phleps verliert die Bergrettung nicht nur einen engagierten, fachlich herausragenden Kameraden, sondern vor allem einen geschätzten Freund und Wegbegleiter. Sein Wirken und sein Einsatz für die alpine Rettung werden unvergessen bleiben.