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Spektakuläre Rettungsübung im Peischelkar:

Höhlenretter, Bergretter und Polizeihubschrauber trainieren Ernstfall in den Allgäuer Alpen

Bergung aus der Höhle
Quelle: Ylvie Marie Krenslehner

Steeg/Peischelkar – Am Samstag, 22. August 2026, stand in den Allgäuer Alpen eine außergewöhnliche Gemeinschaftsübung der Höhlenrettung Tirol und der Bergrettung Steeg/Kaisers auf dem Programm. Unterstützt vom Polizeihubschrauber trainierten die Einsatzkräfte unter anspruchsvollen Bedingungen die Rettung eines Verletzten aus einer Höhle im Peischelkar.

Bereits zu Beginn der Übung lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Sicherheit im Umgang mit dem Hubschrauber. Die Einsatzkräfte erhielten eine umfassende Sicherheitseinweisung, bei der Themen wie die richtige Annäherung an den Hubschrauber, das Verhalten im Gelände sowie die Kommunikation im Einsatz behandelt wurden. Gerade in alpinen Regionen kann der Hubschrauber entscheidend sein, um Retter und Material rasch an schwer zugängliche Einsatzorte zu bringen.

Anschließend wurden die Teilnehmer mithilfe des Polizeihubschraubers zur Übungshöhle im Peischelkar transportiert. Die Höhle befindet sich zwischen Ellbogner Spitze und Wilder Kasten in den Allgäuer Alpen – einer Gebirgslandschaft, die deutlich mehr Höhlen beherbergt, als vielen Wanderern und Bergsportlern bewusst ist. Damit verbunden ist jedoch auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr durch Abstürze in Höhlen.

Die gewählte Übungshöhle stellte die Retter vor ein realistisches Szenario: Der etwa zehn Meter breite Eingang führt nach rund 15 Metern steil abfallend auf ein Zwischenband. Von dort setzt sich die Höhle als großräumiger, senkrecht abfallender Schacht fort, dessen Tiefe auf rund 50 Meter geschätzt wird. Solche Strukturen erfordern höchste Konzentration, genaue Planung und eine reibungslose Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen.

Im Mittelpunkt der technischen Übung stand die Bergung einer verletzten Person aus dem Schacht. Dabei wurden die Schnittstellen zwischen Höhlenrettung und Bergrettung intensiv trainiert. Während die Spezialisten der Höhlenrettung für die sichere Versorgung und den Transport innerhalb der Höhle verantwortlich waren, unterstützte die Bergrettung bei Logistik, Sicherung und Außenrettung. Ziel war es, die Zusammenarbeit unter realitätsnahen Bedingungen zu optimieren und Abläufe weiter zu verbessern.

Besonders deutlich wurde während des Trainings, welchen Gefahren die Einsatzkräfte bei Höhlenrettungen ausgesetzt sind. Während für Bergretter häufig Absturz- und Wetterrisiken im Vordergrund stehen, gilt für die Höhlenrettung vor allem die Steinschlaggefahr als eines der größten Risiken. Lose Gesteinsbrocken können in Schächten und engen Passagen jederzeit zur Gefahr werden und machen solche Einsätze besonders anspruchsvoll.

Nach mehreren Stunden intensiver Übung konnten die Verantwortlichen ein durchwegs positives Fazit ziehen. Alle Übungsziele wurden erfolgreich erreicht und die Zusammenarbeit zwischen Höhlenrettung Tirol, Bergrettung Steeg/Kaisers und den Besatzungen des Polizeihubschraubers funktionierte hervorragend.

Den gelungenen Abschluss des Übungstages bildete ein kameradschaftlicher Ausklang in der Dorfstube beim Hallenbad Steeg, wo die Teilnehmer die Übung Revue passieren ließen und Erfahrungen austauschten.

Eine erfolgreiche Gemeinschaftsübung, die eindrucksvoll zeigte, wie wichtig regelmäßiges Training und das perfekte Zusammenspiel verschiedener Rettungsorganisationen für Einsätze in schwierigem alpinem Gelände sind.

Text: Maria Schwarz

Bergung mittels Trage
Quelle: Ylvie Marie Krenslehner