Kühlen Kopf bei großer Hitze bewahren
Steigen die Temperaturen, zieht es die Menschen verstärkt in die Berge.
Hitze und Sonneneinstrahlung werden dabei von vielen unterschätzt. Dies spiegelt sich in den Einsatzzahlen der Bergrettung wider, die sich verstärkt um Hitzeopfer kümmern muss.
Mit entsprechender Vorbereitung und richtigem Verhalten während der Tour kann das gesundheitliche Risiko minimiert werden.
Hier einige Tipps von Bergrettungsärztin Jutta Wechselberger und Landesarzt Thomas Huber.
Wie schützt man sich am Berg vor Hitze?
Wichtig ist die entsprechende Tourenplanung. Das beginnt bereits bei der Auswahl der Tour. Ist ein heißer Tag angekündigt, sollte möglichst früh mit der Tour gestartet werden – auch, um die Mittagshitze zu vermeiden. Nicht vergessen: Pausen einplanen und vor allem viel trinken, um einer Dehydrierung vorzubeugen.
Wie viel Flüssigkeit und welche Getränke sollte man auf eine Tour mitnehmen?
Das hängt von der Tour und ihrer Länge ab, aber auch davon, ob es unterwegs Wasser gibt oder ob man auf Hütten einkehren kann. Ganz wichtig ist, dass man schon vor der Tour etwas trinkt. Ideale Getränke sind Wasser oder leicht gesüßter Tee. Man sollte aber nur trinken, was man gewohnt ist und verträgt.
Wie schaut die ideale Jause aus, die nicht zusätzlich belastet?
Bananen, Datteln, Nüsse oder Müsliriegel sind ideal. Wichtig ist, dass der Körper nicht zusätzlich belastet wird.
Welche Kleidung ist bei Hitze zu empfehlen?
Auf keinen Fall stark isolierende Kleidung tragen, um einen Hitzestau zu vermeiden. Durch hohe Temperaturen und Anstrengung beginnt man zu schwitzen. Die Kleidung sollte daher die Feuchtigkeit ableiten sowie leicht und atmungsaktiv sein.
Und: Wechselkleidung nicht vergessen!
Stichwort Sonnenschutz
Es ist nicht nur die Hitze – der Körper ist auch der UV-Strahlung ausgesetzt. Empfehlenswert ist es, Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50 zu verwenden und vor allem den Kopf und den Nacken zu bedecken. Die Augen schützt man mit einer entsprechenden Sonnenbrille.
Wer ist besonders durch Hitze gefährdet?
Es gibt Risikogruppen wie ältere Erwachsene, aber auch Kinder und Personen mit Gesundheitsproblemen – vor allem im Bereich Kreislauf und Stoffwechsel.
Welche Symptome zeigen sich, wenn der Körper zu viel Hitze abbekommen hat?
Man merkt, dass man nicht mehr leistungsfähig ist und schwächer wird. Übelkeit, innere Unruhe, Angst und Apathie sind ebenfalls Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.
Folgen von zu viel Hitze und Sonne können Hitzekollaps, Hitzschlag oder ein Sonnenstich sein. Beim Hitzschlag kann die Körperkerntemperatur auf über 40 Grad Celsius steigen und neurologische Probleme verursachen. Betroffene können nicht mehr gehen, weil sie Koordinationsprobleme bekommen, oder reagieren auffällig. Ist das der Fall, muss sofort ein Notruf abgesetzt werden, da dies lebensgefährlich sein kann.
Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen können gesetzt werden?
Bei einer leichten Hitzeproblematik sollte man in den Schatten gehen, trinken und die Kleidung nass machen. Erholt sich die betroffene Person nicht oder kann sie nicht mehr weitergehen, sollte sofort ein Notruf abgesetzt werden.
Unsere Sicherheitstipps:
- Gute Tourenplanung: Früh starten und die Mittagshitze vermeiden. Schattige Wege und Kletterrouten bevorzugen.
- Auf eine ausreichende Trinkmenge achten. Alkoholische Getränke vermeiden.
- Sonnenschutz verwenden: Leichte, langärmlige Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille sowie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.
- Mit Gewittern und Wetterumschwüngen rechnen: Schutzkleidung bereithalten und rechtzeitig umdrehen.
- Nicht unvorbereitet in (eis)kalte Bergseen oder Gebirgsbäche springen.
- Die eigene Leistungsfähigkeit nicht überschätzen: Im Zweifel die Belastung reduzieren, ausreichend Pausen einplanen und auf geschwächte Personen achten.








