Aufwendige Rettungsaktion nach Canyoning-Unfall im Gnaupenloch
Ein Canyoning-Unfall im Gnaupenloch bei Zirl forderte am Samstag, 11.07.2026 den Einsatz mehrerer Bergrettungs-Ortsstellen, der Canyoning-Retter Tirol sowie der Flugrettung. Dank des professionellen Zusammenspiels aller Einsatzkräfte konnte die verletzte Sportlerin nach mehreren Stunden aus der engen Schlucht gerettet werden.
Die Frau hatte sich während einer Canyoning-Tour im mittleren Abschnitt des Gnaupenloch-Canyons am Unterschenkel verletzt und konnte den Weg nicht mehr selbstständig fortsetzen. Da im Bereich der Unfallstelle kein Mobilfunkempfang besteht, musste zunächst Hilfe von außerhalb organisiert werden.
Nach der Alarmierung begannen sofort Erkundungsflüge über dem Canyon. Aufgrund der tief eingeschnittenen Schlucht und der zahlreichen überhängenden Felsformationen war die verletzte Person aus der Luft jedoch nicht zu lokalisieren. Rasch wurde klar, dass für eine Rettung weitere Einsatzgruppen erforderlich waren. Neben den Bergrettungs-Ortsstellen Reith/Seefeld und Innsbruck wurden daher auch die Canyoning-Retter Tirol Mitte und Tiroler Oberland alarmiert.
Gemeinsam mit ortskundigen Einsatzkräften wurde die Situation eingehend beurteilt und das weitere Vorgehen geplant. Während die Canyoning-Retter über den offiziellen Einstieg in den Canyon zur Verletzten vordrangen, wurden gleichzeitig verschiedene Bergungsmöglichkeiten vorbereitet und laufend neu bewertet.
„Bei einem technisch so anspruchsvollen Einsatz ist eine funktionierende Zusammenarbeit aller Beteiligten entscheidend. Die professionelle Abstimmung zwischen Einsatzleitung, Bergrettung und Flugrettung hat maßgeblich zum erfolgreichen Verlauf beigetragen.“, betont Flugrettungsarzt Thomas Huber.
Nachdem die Einsatzkräfte die Patientin erreicht hatten, konnte ihre genaue Position an die Hubschrauberbesatzung übermittelt werden. Trotz der äußerst beengten Verhältnisse in der Schlucht entschied sich die Einsatzleitung nach sorgfältiger Abwägung für eine direkte Taubergung an der Unfallstelle.
In einem anspruchsvollen Präzisionsmanöver wurde der Flugretter mit einem 80 Meter langen variablen Tau zur Patientin abgeseilt. Gemeinsam mit den Canyoning-Rettern wurde die Verletzte im Bergedreieck gesichert und anschließend kontrolliert aus der Schlucht ausgeflogen.
„Gerade bei einem derart anspruchsvollen Einsatz zeigt sich, wie wichtig eine reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten ist. Es war beeindruckend zu sehen, wie professionell und eingespielt die Canyoning-Retter, die Bergrettungs-Ortsstellen und die Hubschrauberbesatzung zusammengearbeitet haben.“ Raffael Haslwanter – Einsatzleiter Bergrettung Seefeld/Reith
Auch der Einsatzleiter der Bergrettung Innsbruck, Bruno Beraloffa, unterstreicht die Herausforderungen des Einsatzes: „Bei Einsätzen in tief eingeschnittenen Schluchten müssen wir flexibel bleiben und verschiedene Szenarien vorbereiten. Umso erfreulicher war es, dass die Bergung rasch und sicher durchgeführt werden konnte.“
„Dieser Einsatz zeigt eindrucksvoll, welchen Stellenwert unsere spezialisierten Canyoning-Retter innerhalb der Bergrettung Tirol haben. Dass 39 Bergretter:innen aus zehn Ortsstellen gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen diese anspruchsvolle Rettung erfolgreich bewältigen konnten, ist das Ergebnis intensiver Ausbildung, regelmäßiger Übungen und eines außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagements. Mein Dank gilt allen Beteiligten für ihren professionellen Einsatz.“
– Ekkehard Wimmer, Landesleiter der Bergrettung Tirol
Nach der erfolgreichen Bergung wurde die Patientin notärztlich erstversorgt und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.








