Tyrolean Wrap – Wärme schützen, Leben retten
Der Tyrolean Wrap ist eine einfache und zugleich äußerst wirkungsvolle Methode, um Menschen am Berg vor gefährlicher Auskühlung zu schützen.
Sinkt die Körpertemperatur unter 35 Grad Celsius, kann eine Unterkühlung rasch lebensbedrohlich werden. Die klassische Rettungsdecke gehört deshalb zur Standardausrüstung am Berg. Doch gerade bei Wind, Nässe oder schwierigen Bedingungen zeigt sich oft ein Problem: Eine lediglich übergelegte Rettungsdecke verrutscht, flattert oder reißt im schlimmsten Fall.
Warum funktioniert der Tyrolean Wrap so effektiv?
Die Rettungsdecke ist leicht, kompakt und in jedem Rucksack verstaubar. Ihre besondere Eigenschaft liegt darin, dass sie bis zu 90 Prozent der menschlichen Wärmestrahlung reflektiert.
Ein ruhender Mensch gibt rund 120 Watt Energie ab, bei körperlicher Aktivität sogar bis zu 360 Watt. Wird diese Wärme durch die Rettungsdecke zurückreflektiert, kann der Körper sich selbst wieder erwärmen. Gleichzeitig schützt die Folie zuverlässig vor Wind und Nässe und reduziert als Dampfsperre den Wärmeverlust durch Luftbewegung und Verdunstung.
Entscheidend ist dabei die richtige Anwendung: Die Rettungsdecke sollte nicht direkt auf der Haut aufliegen, da die metallische Beschichtung bei direktem Kontakt Wärme ableitet. Damit die Reflexion optimal wirken kann, sollte sich immer eine Schicht zwischen Körper und Decke befinden – entweder Luft oder die unterste Kleidungsschicht.
Übrigens: Ob die Silber- oder Goldseite nach innen zeigt, spielt laut Tests keine entscheidende Rolle.
Mit dieser Technik nutzt man die physikalischen Eigenschaften der Rettungsdecke optimal aus. Sie sitzt sicher und ermöglicht Bewegungsfreiheit, ohne dass man die Decke festhalten muss. Auch bei einer Hubschrauberlandung besteht dank der Fixierung keine Gefahr. Kurz gesagt: sicher fixiert und voll wirksam.
Anleitung: So funktioniert der Tyrolean Wrap
- Die Bekleidung der betroffenen Person bis zur untersten Schicht öffnen.
- Die Rettungsdecke hinter dem Rücken ausbreiten, sodass oben und unten ausreichend Material übersteht.
- Über dem Kopf eine Art Kopftuch formen und die Enden unter dem Kinn fixieren oder verknoten.
Tipp: Das Material raschelt sehr laut – eine Mütze oder ein Stirnband erhöht den Komfort deutlich. - Die Rettungsdecke von einer Seite unter den Achseln nach vorne ziehen und den Brustkorb vollständig bedecken. Anschließend die Jacke bzw. die äußere Kleidung wieder schließen, um den Brustkorb optimal zu isolieren.
- Den unteren Teil der Folie kann man zur zusätzlichen Fixierung vorne wie hinten in die Hose stecken.
- Trägt die betroffene Person lediglich ein T-Shirt und kurze Hose, wird die Technik auf dieselbe Weise angewendet. Da in diesem Fall die stabilisierende Jacke fehlt, können Überlappungen mit Tape oder Pflaster fixiert werden.
- Möchte man eine Person abkühlen, sollte die Rettungsdecke wie ein Sonnensegel über der Person gespannt werden.
- Möchte man sich bemerkbar machen, ist die goldene Seite der Rettungsdecke bereits aus großer Entfernung gut sichtbar.
- Die Rettungsdecke kann im Notfall auch als improvisierte Sonnenbrille dienen. Bindet man sich einen schmalen Streifen über die Augen, erzielt man einen ähnlichen Effekt wie mit einer hochwertigen Gletscherbrille der Kategorie 4.








