82 Hunde
für Lawinen-
und Sucheinsätze
tirol-logo

Hund und Mensch retten leben

Das Hauptziel in der Rettungshundearbeit der Bergrettung ist es, einsatzfähige Teams aus Hund und Hundeführer optimal auszubilden, um im Einsatz Leben retten zu können.

Die Hundestaffel der Bergrettung Tirol hat ein vielfältiges Aufgabengebiet, das sowohl dem Hund als auch dem Hundeführer einiges abverlangt. Die Teams werden in einem mehrstufigen und mindestens dreijährigen Ausbildungsprogramm in der Suche nach verschütteten Personen und zur Suche von vermissten Personen in unzugänglichem alpinen Gelände ausgebildet.

Es halten immer mehr elektronische Hilfsmittel zur Verschütteten- und Vermisstensuche im Wintersport Einzug, die eine rasche und punktgenaue Ortung möglich machen. Sollte eines dieser Geräte aber einmal nicht funktionieren oder vom Sportler nicht mitgeführt werden, ist der ausgebildete Suchhund oftmals das einzige Mittel, um große Flächen auf der Lawine oder im freien Gelände effizient und ohne hohen Personaleinsatz abzusuchen.

0
Hunde Gesamtstand
0
Einsatzhunde (Ausbildungsstand B/C/CW)
0
in Ausbildung (Ausbildungsstand A)
0
Junghunde in Ausbildung
220 Millionen
RIECHZELLEN
im EInsatz

Geruchsinn höchster Güte

Der Einsatz von Lawinensuchhunden ist Teil unserer Taktik „Rasterfahndung im Schnee".

Hunde riechen etwa eine Million Mal besser als Menschen. Sie haben im Vergleich zu uns 40-mal mehr Hirnzellen, die mit dem Geruchssinn in Verbindung stehen. Die Informationen, die ein Hund aus einem Geruchsstoff ableitet, werden unmittelbar an das emotionale Zentrum im Gehirn weitergeleitet.

Riechen ist für Hunde wie Fühlen für Menschen. Dieser Geruchssinn der Sonderklasse  ist abhängig von der  Luftfeuchtigkeit, der Lufttemperatur und von der Intensität des Duftstoffes, der zum Beispiel von einer verschütteten Person stammt. Deren Geruch steht wiederum mit Dauer und Tiefe der
Verschüttung, mit Schneebeschaffenheit, Windgeschwindigkeit und Windrichtung in direktem Zusammenhang. Der  Riechsensor des Hundes arbeitet wie ein Scanner, der die Informationen, die er aus den Duftstoffen erhält, unter anderem auch räumlich zuordnen kann.

Die „Duft-Datenbank“ des Lawinenhundes wird bei der Sucharbeit ständig mit neuen Informationen gefüttert. So kann er zwischen Menschen, die auf der Lawine sondieren, und einem Menschen, der verschüttet ist, völlig  problemlos unterscheiden.

Der Lawinenhund wird darauf konditioniert und ausgebildet, jene Person zu erschnüffeln, die verschüttet ist.

Ausbildung
Für Mensch
und Hund

HOhe anforderung = Hohe Effizienz

Wie werden ich und mein Hund Teil der Hundestaffel?

Die Ausbildung zum Hunderführer mit seinem Suchund ist anspruchsvoll und zeitintensiv. Ein Hundeführer muss aktives Mitglied der Bergrettung sein. Das setzt private alpinistische Tätigkeit und gute Kondition voraus. Auch der Hundeführer führt seine Tätigkeiten, wie jeder andere BergretterIn, unentgeltlich und ehrenamtlich aus.

Ein Suchhund muss nicht reinrassig sein. Er oder sie sollten mittlere Größe und einen nicht zu schweren Körperbau für den Einsatz im alpinen Gelände haben. Ein solcher Hund ist immer auch Familienhund. Bergrettungshunde sind nicht ängstlich, sehr neugierig und zutraulich, sie haben ein ausgeglichenes und verträgliches Wesen. Natürlich müssen alle Suchhunde auch flugtauglich sein.

Das gut eingespielte Team Mensch und Hund ist sehr gelände- und berggängig und mit alpinen Gefahren vertraut. Jeder Suchhund ist jeweils das Eigentum des Bergrettungsmannes oder der Bergrettungsfrau. Diese sind für Fütterung, Pflege, Impfung, Versicherung und Training verantwortlich.

Der WEG ZUM Hundeführer

Wer Hundeführer werden will hat zunächst die gesamte Ausbildung zum BergretterIn zu durchschreiten. Als aktives Mitglied in den Ortsstelle in ihren Ortsstellen werden angehende HundeführerInnen und ihre Tiere ihre Eignung hin getestet und mit grundlegenden Aufgaben vertraut gemacht. Die eigentliche Ausbildung erfolgt dann überregional mit anderen Kandidaten in Pflichtkursen, die in Winter- und Sommerarbeit getrennt sind.

Die Ausbildung erfolgt in Theorie und Praxis. Wetterkunde, Lawinenkunde und Figurantenausbildung gehören ebenso dazu wie Erste Hilfe und praktische Übungen im Gelände.

Kurs A - Grundausbildung

Die Grundschule umfasst fünf Module. Dabei soll die gute soziale Bindung zwischen Hundeführer und Hund gefestigt werden. Der Suchhund lernt, bei störenden Einflüssen richtig und ruhig zu reagieren.

Beim Training wird der natürliche Rudeltrieb aller Hunde von den Lehrteams und Hundeführern ausgenützt. Der Junghund muss zu Beginn seinen im Schnee verschwundenen Hundeführer suchen.

Der junge Hund wird festgehalten und gerät leicht in Panik, wenn sein vertrauter Betreuer in den Schneemassen verschwindet. In freier Wildbahn bei den Wölfen, den Urahnen der Hunde, ist das Leben im Rudel die Basis des Überlebens. Dieser Trieb hin zu anderen Tieren, zum gemeinsamen Unterwegssein bzw. zum Hundeführer hin ist für den jungen Bergrettungshund die eigentliche Basis und Motivation zur später „professionellen“ Suche nach Menschen. Sie wird in verschiedenen Aufbau- und Schwierigkeitsstufen spielerisch gefördert und verstärkt.

Kurs B - Ausbildung für Fortgeschrittene

Nach dem Grundkurs im Winter gibt es im Sommer die Ausbildung für Vermisstensuche, die sogenannte Sommer- und Flächensuche. Erst im folgenden Winter beginnt dann der Kurs B mit taktischer Schulung für Hundeführer. Bei Übungen wird auf echten Lawinen gesucht, auf der sich mehrere fremde Personen und fremde Hunde befinden. Ein guter Suchhund darf sich davon nicht von der Arbeit abhalten lassen. Dazu kommt noch, dass Figuranten (Übungspersonen als Verschüttete) tiefer vergraben werden, bis zu eineinhalb Meter.

Themen: Richtige Beurteilung von Situationen, zweckmäßiger Einsatz des Hundes, Sondieren und lebensrettende Sofortmaßnahmen für Verschüttete, die ans Tageslicht geholt wurden.

Kurs C - Perfektionskurs und Kurs CW - Fort- und Weiterbildung

Nach Abschluss des B-Kurses ist ein Suchhund offiziell einsatzfähig. Jedes Suchhundeteam muss jedoch noch Perfektions- und Weiterbildungskurse absolvieren, um den hohen Anforderungen im Rettungseinsatz gerecht zu werden.